Finanzpolizei im Fitnessclub

Sie gehen in den exklusivsten Fitnessclub der Stadt, Sie haben eine Hausangestellte und ihre minderjährigen Kinder gehen auf die Privatschule und fahren ein Minicar ?

Dann ist es wohl unwahrscheinlich, dass Sie nur 30 000 Euro im Jahr verdienen.

Dieser Logik folgt nun auch (endlich) das italienische Finanzamt. Und so werden Italiens Steuerfahnder demnächst die Mitgliederlisten der Edel-Fitnessclubs und Beauty-Centers mit den Steuererklärungen abgleichen.

In Zeiten der Krise und der leeren Kassen steht nun auch bei der Berlusconi-Regierung die Bekämpfung der Steuerhinterziehung ganz oben auf der Liste.

Galten bisher vor allem Villa, SUV und Yacht als verdächtig, hat Italien nun die Kriterien ausgeweitet.

Manchmal ist es einfach erschreckend, mit welcher Selbstverständlichkeit die Menschen hier Steuern hinterziehen und sich dafür keineswegs schämen. Eine Bekannte, die für einen Steuerberater arbeitet und daher weiß, wie gut der Mann verdient, erzählte mir jüngst, dass ihr Chef die Sekretärin damit beauftragt hat, die Schulbücher-Zuschüsse für die Kinder zu beantragen. Jene Zuschüsse also, die den Kindern armer Familien zustehen.

Das ist unverschämt und man kann sich nur wünschen, dass die Steuerfahnder diesen Menschen erwischen. Aber dazu ist er wahrscheinlich zu geschickt. Wenn er Buhc-Zuschüsse beantragt, gehen die Kinder wohl kaum in die Privatschule.  Hoffentlich geht er in einen teuren Fitnessclub.

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Eingeordnet unter Berlusconi, geldwaesche, italien, Wirtschaft

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