Korrupte Priester wie heißes Wasser

Letztens beim Frisör:

„Das ist doch die Entdeckung des heißen Wassers!“ – mit dieser abschätzigen Bemerkung, die soviel bedeutet wie: „das ist nun wirklich nichts neues“ kommentierte die ältere Dame im Kostüm mit Lockenwicklern in den Haaren die jüngsten Skandale aus der Zeitung. Worum es ging ? Korrupte Priester.

Wieder einmal sind Kirchenvertreter in einen Skandal verwickelt. Diesmal geht es nicht um sexuellen Mißbrauch, sondern um einen Geistlichen, der verschiedene Kirchenimmobilien in Rom an Politiker und hohe Vertreter des Zivilschutzes vermittelt haben soll. Meist Wohnungen in Top-Innenstadt-Lage.  (Komischerweise scheint die Kirche nie Immobilien in den hässlichen Außenbezirken der Städte zu besitzen)

Für die Dame beim Frisör war das allerdings keinen Artikel wert. Dass Priester korrupt sind, weiß man schließlich, so ihre Logik. Und so ähnlich ist das übrigens auch mit den Missbrauchsskandalen. Oft sagen mir Italiener, dass das doch eh allen bekannt sei. Und deshalb regen sie sich auch nicht so auf wie etwa in Deutschland.

Die Scheinheiligkeit gehört hier anscheinend für viele zur Kirche dazu. Sie haben nie an saubere Geistliche geglaubt.

Korrupte Priester sind eben wie heißes Wasser.

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Eingeordnet unter italien, Tradition, Vatikan

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