Tragische Männer-Models

Szene im Bus:

Ein schöner junger Mann zeigt auf ein riesiges Werbeplakat auf einem Palazzo auf dem Mailänder Corso Venezia und erklärt seiner hübschen Begleiterin mit Hund im Taschenformat: „El chico trabaja molto.“ Gemeint war das männliche Model auf dem Plakat von Stone Island. Der junge Mann sei gut im Geschäft, große Marken, auf den Schauen in New York heiß begehrt, höre ich unfreiwillig mit.

Es ist Herrenmode-Woche in Mailand. Man kennt sich in der Szene, auch unter den männlichen Models. Schön sind sie, international und begehrt. 

Der schöne Schein scheint jedoch manchmal zu trügen. Nur einen Tag nach der Bus-Begegnung lese ich in der Zeitung, dass ein junger Mann, der 22-jährige Franzose Tom Nicon – gut im Geschäft – aus dem Fenster gesprungen ist. Tot. Giorgio Armani äußerte sich ebenso betroffen wie Donatella Versace. Sie kannten ihn.

Erst im April hatte sich ein anderes männliches Model, Ambrose Olsen mit 24 Jahren umgebracht.

Die Leere der Modewelt scheint die Leben dieser Menschen nicht auszufüllen.

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5 Kommentare

Eingeordnet unter Mailand, Mode, Shopping

5 Antworten zu “Tragische Männer-Models

  1. Ist schon tragisch….die Modewelt scheint erbarmungslos zu sein und fordert offensichtlich seinen Tribut

  2. Kann mir gut vorstellen, dass die Modewelt hinter all dem Glitzern und Funkeln knallhart und erbarmungslos sein kann. Es ist sehr traurig und bezeichnend, wenn sich dann schon so junge Menschen der Leere und dem Konkurrenzdruck auf diese Art entziehen, weil sie keinen anderen Ausweg mehr wissen.

  3. Ich glaube aber, dass es mit den Models in der Männerwelt eigentlich die selben gibt, wie bei den Frauen. Hungern, starke Konkurrenz und vielen gefallen wollen. Diskutiert wird meist nur über die Damenmodels und nicht über die Männermodels. Vielleicht sollte man künftig auch einen Blick hinter den Kulissen der Männer in der Branche werfen.

  4. Was für eine tragische Geschichte! Schade und sehr traurig, dass sich jemand aufgrund des Job das Leben nimmt. Habe vor kurzem von einer Kommunikationsfirma in Frankreich gelesen bei der allein im letzten Jahr über 10 Mitarbeiter wegen der Arbeit in den Freitod gingen. Der Druck scheint überall extrem zuzunehmen…

  5. Davon hatte ich auch gehört. Hat mich sehr schockiert, aber ich verstehe nicht ganz wie es in einem Beruf so weit kommen kann daß man sich umbringt. Es gibt doch immer einen Weg denke ich, aber manchmal scheint die Verzweiflung größer zu sein.

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