Steuergeschenke für den Vatikan

 Die EU hat erneut die Steuergeschenke an den Vatikan ins Visier genommen. Schließlich hat der italienische Staat die Immobilien im Besitz des Vatikans von der Immobiliensteuer befreit. Und das gilt nicht nur für Kirchen, sondern auch für kommerzielle Immobilien, von denen der Vatikan zuhauf hat . Das geht der EU zu weit und sie fordert Änderungen.

Wer in kirchlich verwalteten Gebäuden in Rom und andernorts in Italien übernachtet hat, weiß, dass die Nonnen oder Mönche am Empfang durchaus Marktpreise nehmen – und nicht immer eine Quittung geben. 

Die EU argumentiert mit Wettbewerbsverzerrung und hat damit formal sicher recht. Aber es wäre auch im Sinne der Katholischen Kirche wenn die Regierung die Privilegien abschaffte.

Solange der Vatikan selbst in den Augen der Menschen nur Armut predigt und Geld scheffelt und mit dem Ior eines der untranspareneten Finanzinstitute der Welt führt, ist die Kritik am Materialismus und seinen Auswüchsen – wie erst gestern – einfach nicht glaubwürdig.

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2 Kommentare

Eingeordnet unter Ior, italien, Politik, Tradition, Vatikan, Wirtschaft

2 Antworten zu “Steuergeschenke für den Vatikan

  1. Johann Grabner

    dazu unter der Rubrik Nutzloses Wissen zum Tag: die Geldausgabeautomaten des IOR in der Vatikanstadt sind die einzigen der Welt, die sich auch in Latein bedienen lassen.

    und: die ICI-Ausnahme ist erst 5 Jahre alt. Die damalige Regierung Berlusconi ist damit schon mal bei der EU angeeckt, aber Prodi hat das 2006 leicht modifiziert beibehalten. ICI scheint auch mit „nur“ 2 Mrd. € Steuerersparnis gar nicht der größte Brocken zu sein, das sind wohl die halbe Ertragssteuer und die komplette Ausnahme von der Mehrwertsteuer. Summiert sich alles angeblich auf 9 Mrd. € pro Jahr: http://www.bispensiero.it/component/content/article/77/219-vaticano-un-cadavere-eccellente.html

    Die gleiche Diskussion wird auch in Deutschland geführt. Auch dort betreibt zwar die Kirche eine Menge gemeinnütziger Einrichtungen, aber läßt sich zB trotz der Steuergeschenke die Lehrer von den Ländern zahlen. Alter Staatsvertrag von 19irgendwas sei Dank.

    Was trotzdem unbeantwortet bleibt: wohin versickert das Geld? Daß die normalen Angstellten vom Priester bis zum Kardinal nichts davon sehen, ist unbestritten. Das Gehalt eines Pfarrers liegt in Deutschland bei glaube ich kaum 1000€ pro Monat und selbst ein Bischof kommt nur auf 3000€ oder so. Manche höheren Chargen wohnen zwar fürstlich, aber da geht es um ein Dutzend Bischöfe oder so, das macht das Kraut nicht fett. Und selbst der Papst fliegt zwar First Class, lebt aber sonst doch sehr bescheiden. Wenn die Kirche als wirklich so fürstlich bevorzugt wird, wofür einiges spricht: wer sackt das Geld ein?

  2. Johann Grabner

    und wenn wir schon in Rom sind: „So also sieht poströmische Dekadenz aus: Ragazzi in Allerwelts-Klamotten, iPhone-Terror und falsche Brüste im Mini-Kleid: Die Zeiten des süßen Lebens sind in Rom passé. Wo früher Eleganz das Auge erfreute, schmerzt heute der Blick.“ berichtet Gesine Borcherdt über den gefühlten Niedergang des Nachtlebens von Rom.

    Nichts, wozu ich etwas beitragen könnte, besuche ich Rom doch immer nur wegen des http://www.maratonadiroma.it 🙂

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