Italiens schwierige Einheits-Party

Am Donnerstag ist es soweit: Italien feiert 150 Jahre Einheit. Oder auch nicht.

Es gab wohl keinen besseren Anlass, um zu zeigen, wie wenig Italien sich einig ist. Lega Nord-Politiker wollten von der Feier nichts wissen, weil sie lieber Padanien feiern. Berlusconis Kultusministerin Gelmini wollte bis vor wenigen Wochen die Schulen nicht für den einmaligen Nationalfeiertag schließen lassen. Und die Mailänder Geschäfte wollen am Donnerstag vor allem das Shopping feiern – und lassen die Türen geöffnet.

Auch in meinem Bekanntenkreis kann sich kaum jemand wirklich für diese Einheitsfeier erwärmen. Wer sie feiert, macht das zum Teil eher aus Protest gegen die Regierung, die die Feier eher verhindert als gefördert hat. Und so feiern erstaunlicherweise die Linken dieses patriotiustische Fest begeisterter  als die Rechten.

Bei einem Treffen mit dem Soziologen Francesco Alberoni bekam ich letzten eine interessante Erklärung dazu: „Die Italiener können sich nicht für Italien als Staat begeistern“, erklärt der.  Dazu hätten über die Jahrhunderte zu lange die Kleinstaaten dominiert. Aber es gebe durchaus ein Zugehörigkeitsgefühl, das aber viel emotionaler ist und weiter in die Geschichte zurückreicht.  „Wir fühlen uns als Italiener mit einer gemeinsamen römischen Vergangenheit, gemeinsamer Musik und gemeinsamen kulinarischen Traditionen“.

Da haben wir es wieder: Pasta als gemeinsamer Nenner.

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Eingeordnet unter Essen & Trinken, italien, Tradition

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