Bibilische Volkszählung

 Es begab sich aber zu der Zeit, daß ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, daß alle Welt geschätzt würde…

Nun gut, nicht die ganze Welt, sondern nur Italien. Aber biblisch  sind zumindest die Zeiten, die die Volkszählung hier in Anspruch nimmt und abenteuerlich ist das ganze auch. 

Wieder in Italien angekommen, komme ich meiner Pflicht als hier Wohnende nach und fülle brav 16 Seiten aus, wieviel Bäder ich in meiner Wohnung habe, ob meine Küche eine Wohnküche ist und ob ich über ein Festnetztelefon verfüge. Außerdem will das italienische Statistikinstitut Istat wissen, ob ich gut sehen, hören, laufen und mich konzentrieren kann !

Dann geht es ab zur Post, wo wegen der Volkszählung die Menschen schon vor der Tür stehen und meine Nummer erst nach einer halben Stunde dran kommt. Die Dame am Schalter liest meinen Barcode ein, doch siehe da: Das System ist abgestürzt. „Sie können warten oder später wiederkommen“. Ich entscheide mich fürs Warten, um meinen Platz in der Warte-Hierarchie nicht zu verlieren.  Doch nach einer Viertelstunde und dem Hinweis, man könne auch im Internet seine Daten eingeben, gebe ich auf.

Zuhause angekommen setze ich mich an den Computer, gebe brav mein Password ein und lege erneut los: Wieviele Bäder, was für eine Küche, Festnetz oder nur Molbilfunktelefon, ob ich gut sehen, hören, laufen und mich konzentrieren kann…

Zugegeben: mit der Konzentration wird es langsam schlechter. Vor allem als ich, auf Seite 11 ( welchen Abschluss ich habe) angekommen, eine sympathische Meldung des Internet Explorers erhalte: „Diese Website blockiert den Explorer“ und es einfach nicht mehr weitergeht.

Wütend rufe ich die Service-Nummer an. „Ja, wir haben da Probleme mit dem Internet“ gibt der Call-Center-Beauftragte zu und erklärt, das liege auch an der hohen Zahl der Kontakte. Ich frage ihn, ob das Statistikinstitut nicht wisse, wieviele Menschen in Italien wohnen. Schließlich hat das Institut die alle dazu verdonnert, entweder die Postämter zu blockieren oder die Website. Sich dann mit dem hohen Andrang herauszureden ist schon unverschämt. Ich solle es einfach in ein paar Tagen nochmal bei der Post probieren, so sein Rat.

So langsam kommt mir der Stall in Bethlehem fast wie ein Service-Paradies vor…

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Eingeordnet unter italien, Mailand, Politik

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