Marsch auf Athen – mit Seifenblasen gegen den Kapitalismus

Ihre Zelte haben sie mitten im Zentrum von Perugia aufgeschlagen. Bei nächtlichen Minus-Temperaturen campieren sie auf dem Corso Vannucci.

Es sind rund 20 Indignados aus ganz Europa, die sich in Brüssel auf den Weg Richtung Athen gemacht haben. Sie protestieren gegen das System und die Banken und wollen in Griechenland ihre Gleichgesinnten treffen.

Mit Seifenblasen besänftigen sie die überraschten Zuschauer, die ihnen teilweise mit Lebensmitteln bei ihrer Reise helfen.

Im Gegensatz zu anderen Demos etwa in Mailand oder auch bei „Occupy Wall Street“ sind es jedoch diesmal die typischen alternativen, mehr oder weniger jungen Rasta-Menschen, die den Vorurteilen ihrer Gegner voll entsprechen. Ob sie jemand anhört, daran habe ich meine Zweifel. 

     

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2 Kommentare

Eingeordnet unter italien, Politik, Wirtschaft

2 Antworten zu “Marsch auf Athen – mit Seifenblasen gegen den Kapitalismus

  1. Die 99% der Italiener, die seit Wochen fassungslos vor den heimischen Bildschirmen sitzen, werden sich nicht mit Sprechblasen und
    schon gar nicht mit Seifenblasen beschwichtigen lassen. Deftige Erhoehungen bei Immobiliensteuer, Mehrwertsteuer , Benzinsteuer ,
    Kapitalertragssteuer , Fernsehgebuehren , Kfz-Versicherungen, Autobahngebuehren , Strom- und Gaspreisen lassen die
    Festtagstimmung rasch verfliegen. Das alles im Angesicht weiter sinkender Kaufkraft , desolater Arbeitsmarktentwicklung und wirtschaftlicher Rezession (gesprochen wird von 1,6% Rueckgang des BSP in 2012) . Nicht zu Unrecht fragt sich da so mancher Stiefelbewohner, ob es nach dem politischen Hickhack der letzten Monate eines renommierten Wirtschaftsprofessors und seiner akademischen Freunde bedurfte , um den Italienern mal wieder ordentlich in die Tasche zu greifen. Internationale Glaubwuerdigkeit ? Die Finanzmaerkte orientieren sich wohl an anderen Dingen, wie die Entwicklung von Spread und Aktienkursen zeigt. Wie sozial
    ausgewogen staatliche Sparpakete sind, ist den Finanzakteuren ziemlich egal. Die jahrzehntelang Leid geprueften Italiener aber werden ihren Kindern (und dem Euro) zuliebe auch dieses Traenental durchstehen. Diesmal wird es wohl etwas laenger dauern, egal, ob Politiker oder Technokraten den Kurs bestimmen. Gar nicht amuesiert werden die Italiener sein, wenn es erneut an die Wahlurnen geht . Schon wieder das kleinere Uebel oder einfach so machen wie die Belgier ? Vielleicht eine Aera ohne viel diskutierte und diskutierbare Erscheinungen wie Berlusconi und Bossi ? Politik koennte ganz schoen langweilig werden…… auch in Deutschland wird bald wieder gewaehlt.

  2. Nicht auszumahlen, was passiert waere, wenn die Regierung Berlusconi nur eine der Neujahrsraketen a la Monti gezuendet haette ….
    Di Pietro zettelt Staatsstreich an, Casini bemueht das Oberste Verfassungsgericht und Bersani wechselt endgueltig zu den Puffi. Die
    Presse toent mit Schlagzeilen wie „Wirtschaft erwuergt“, “ Italien am Abgrund “ und dergleichen mehr. Das kostet ja auch nichts .
    Brenseliger geworden waere es wohl fuer die Opposition: Misstrauensvotum oder groesseren Zeitverlust bis zu den Neuwahlen
    riskieren ? Weitaus billiger ist da ein unpolitischer „Techniker“, der die Kastanien ohne Gesichtsverlust aus dem Feuer holt. Immerhin
    hat er uns bislang einen Handstreich nach dem Vorbild von Giuliano Amato erspart: Der war so frei und hat sich 1992 ueber Nacht mit
    einer Zwangsabgabe an den Girokonten einer ganzen Nation bedient. Seither sind ueber 100 Mrd. Euro auf Auslandskonten
    abgewandert . Wen wundert’s ?

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