Die Taxis streiken und keiner ist solidarisch

Wer kennt das nicht ? Das Taxi macht die Panoramik-Tour, statt einen direkt ans Ziel zu bringen. Oder der mufflige Fahrer, der beleidigt ist, weil man zu nah a mmFlughafen wohnt. Und wenn es in Mailand regnet oder Messe ist oder am besten beides zeitgleich, sind überhaupt keine Taxen in Mailand zu finden. Es gibt einfach zu wenig.

Das will Mario Monti nun ändern und den Sektor liberalisieren – sprich : mehr Taxis zulassen.

Die Taxifahrer sind beleidigt und haben bereits mit einem wilden Streik begonnen. Sympathie bringt ihnen das nicht ein.

Bei Twitter kann man unter #menotaxipertutti und #bloccotaxi die Meinung der Konsumenten erfahren. Einige bieten sich sogar alternativ als Fahrer an.

Interessanterweise sollen nun endlich auch Ausländer als Fahrer zugelassen werden. Die Taxi-Lobby protestiert, dass die die Straßen nicht kennen. Ganz abgesehen vom Navi: Warum ein Napolitaner die Straßen Mailands besser kennen soll als ein Marokkaner bleibt mir schleierhaft.

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3 Kommentare

Eingeordnet unter italien, Mailand, Mode, Politik, Shopping, Tourismus, Wirtschaft

3 Antworten zu “Die Taxis streiken und keiner ist solidarisch

  1. Johann Grabner

    das ist eins der Dinge, die Italien gerne angekreidet werden, nur: das Taxigewerbe ist selbst im Mutterland des Kapitalismus eine der am strengsten regulierten Branchen. So gibt es etwa in New York exakt 13.237 Taxilizenzen – viel zu wenig für die große Stadt und daher hat zuletzt eine Lizenz 1 Million Dollar am Sekundärmarkt erzielt: http://cityroom.blogs.nytimes.com/2011/10/20/2-taxi-medallions-sell-for-1-million-each/
    aber Aufstockung gibt’s nur selten und in homöopathischen Dosen. Immerhin: auch Ausländer dürfen eine Lizenz kaufen.

    es kann aber auch zu viele Taxis geben. So hat man in Montreal einmal Lizenzen zurückgekauft, um die Anzahl der Taxis zu reduzieren: http://www.taxi-library.org/qebc0295.htm

    finde ich aber interessant, daß das überhaupt in Monti’s Zuständigkeit liegt. Üblicherweise ist das eine kommunale Angelegenheit. Und wenn es ein Bundesgesetz ist, dann wird Mailand nach der Liberalisierung vielleicht ein eigenes Landesgesetz erlassen, das den Zugang doch wieder limitiert?

  2. Ich habe selbst drei Jahre in NY gelebt. Stimmt, die Yellow Cabs sind zu wenig. Aber dafür gibt es jede Menge andere private Anbieter, die sogenannten Gipsy Cabs, die man anders als die Yellow Cabs per Telefon bestellen kann – ganz legal.

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