Mailänder Kommentar zum neapolitanischen Costa-Kapitän

http://youtu.be/A_L-T9M-zvI 

Das Costa-Desaster erhitzt auch hier im kalten Norden die Gemüter. Der Kommentar in einem Gespräch über den flüchtigen Capitano Schettino: „Der sieht schon so fies aus“ – „Nein, nicht fies, aber wie ein typischer Neapolitaner, der seine Lizenz irgendwo gekauft hat“

So sieht man es im Norden.

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Ein Kommentar

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Eine Antwort zu “Mailänder Kommentar zum neapolitanischen Costa-Kapitän

  1. Die Schuldzuweisungen sind trotz mediatisch unterstuetzter Vorverurteilung nicht so einfach wie der erste Eindruck vermuten laesst. Die publikumswirksame Verbeugung („inchino“) gilt bei Luxuslinern als seemaennischer Brauch, mit dem der Kapiaten seine Bravour (hier besser : bravata) und seinen „Mut“ unter Beweis stellt. Dieses auch von Kuestenwache und Hafenbehoerden stillschweigend geduldete Manoever wird nicht nur von den Kuestenbewohnern willkommen geheissen, sondern auch von den Reedern gerne als „kostenlose“ PR-Massnahme (in diesem Fall hat sie voraussichtlich ueber 30 Tote und eine Umweltkatastrophe gekostet) genutzt. Dass es sich um keine „saubere“ Angelegenheit handelt, zeigt die dabei uebliche Praxis, das Abweichen von dem vorgeschriebenen Kurs durch das Abschalten des satellitengestuetzten Routennachweises Ais zu verschleiern. Dies alles kann nur unter Mitwisserschaft der Reederei geschehen. Noch schwerer zum Tragen kommen duerfte die bei einem Stoerfall uebliche Praxis , die Gefaehrlichkeit der Situation moeglichst weit
    herunter zu spielen und erst kurz vor der Katastrophe die Kuestenwache einzuschalten . Grund: Deren Intervention hat auch bei keineren Anlaessen eine Bordinspektion mit einem Zeitverlust bis 8 Stunden und der Zahlung von mehreren 100.000 Euro zur Folge . Profit ist also wie so oft wichtiger als der Schutz von Menschenleben. Mit schuld sind auch die
    Regierungen vieler Laender, die im Namen der Wirtschaftlichkeit den Bau immer groesserer Kreuzfahrtschiffe (in Finnland wird gerade ein Luxusliner mit 6.200 Plaetzen fertiggestellt) zulassen .

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