Italiens Strandmode: Fuck-Euro-T-Shirts

„Fuck Euro“ oder „Roma Kriminale“ sind die neuen Protest-T-Shirts, die ein paar geschäftstüchtige Leute aus der Kommunikationsbranche derzeit in Fregene in der Nähe der italienischen Hauptstadt verbreiten.

Aber ob es ihnen mit der Lira (und uns mit der D-Mark) soviel besser ginge ? 39 Euro dafür sind jedenfalls viel Geld für ein T-Shirt.

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Ein Kommentar

Eingeordnet unter italien, Politik, Shopping, Tourismus, Wirtschaft

Eine Antwort zu “Italiens Strandmode: Fuck-Euro-T-Shirts

  1. (ich musste für den Beitrag auf mein privates Notebook ausweichen, da der Link im Firmennetzwerk blockiert ist – fuck;))

    Schreibst Du nimmer für das HB? Das wäre mindestens eine lange Geschichte, ach was, einige Dissertationen wert zu analysieren.

    Ob der Euro eine Last für Italien wird, kommt darauf an, wieviel Vermögentransfer die Italiener von Deutschland rausholen können. Aktuell ist der Euro eine Bürde, weil der für Italien zu hohe Wechselkurs Importe begünstigt und die lokale Industrie benachteiligt – hohe Arbeitslosigkeit ist die Folge.

    Der Schock 2009 ist mM am ehesten mit der Lirakrise 1976 vergleichbar. Auch damals waren die Staatsfinanzen und die Löhne (scala mobile!) ausgeufert und ausländische Investoren haben sich verabschiedet. Die Lira hat innerhalb weniger Monate um 35% abgewertet – was aber gleichzeitig auch schon das Ende der Rezession markiert hat. Klar: italiensiche Produkte waren sofort wieder international konkurrenzfähig. Dieses Abwertungsventil fehlt heute.

    Gleichzeitig fand durch die Abwertung wieder internationales Kapital seinen Weg ins Land. Das wäre heute nicht anders. Nicht nur die Urlauber würden in Scharen einfallen, auch Firmen würden günstig einkaufen.

    Was man dagegen jetzt versucht, ist eine interne Abwertung. Durch Entlassungen und Gehaltskürzungen versucht man wettbewerbsfähiger zu werden. Diese Lohneinbussen wiederum sollen das allgemeine Preisniveau drücken. Das funktioniert in der Praxis allerdings furchtbar langsam – und viele Löhne sinken überhaupt nicht, etwa in den vielen privaten Unternehmen, die noch Gewinne machen.

    In Deutschland wären die Deutschen dagegen vor allem deshalb besser dran, weil die DM ähnlich wie dem Franken stark aufgewertet hätte. Importwaren wären locker um 30% billiger und jeder Schweizer wird bestätigen, wie fein es jetzt ist, im Ausland mit dem Franken Urlaub zu machen.

    Wenn Italien und Spanien einen ähnlichen Finanzausgleich rausschlagen können wie es ihn etwa zwischen Bremen und Hessen gibt, dann wären sie fein raus. Ob das aber die Deutschen mitmachen, ist fraglich.

    Ironischerweise wurde ja angeblich die Idee des Euro von Italienern nach der Krise 1976 geboren. Man wollte mit der Zwangsjacke Euro den Staat und die Gewerkschaften zähmen, hat aber die Trägkeit der Finanzmärkte unterschätzt. Herden von Investoren reagieren wie tektonische Platten: die sind lange Zeit an einem Platz, bis sich immer stärker werdender Druck mit einem Schlag entlädt und es zu einem Beben bzw. einer Stampede kommt.

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