Krise hautnah

Krise auch beim ZahnarztGestern im Fitnesstudio:

Eine Frau in den 50ern, die gerade von der Wassergymnastik kommt, verteilt schüchtern kleine Zettelchen mit ihrer Telefonnummer. Ob sie jemanden brauchen der bügelt oder putzt, will sie von ihren Fitness-Genossinnen wissen.

„Als ich dachte, es geht bergauf, kam wieder ein Schlag ins Gesicht, als mein Mann Probleme bei der Arbeit hat“, erzählt sie ihrer Spint-Nachberin.

„Na, bei seinem Job muss er sich doch keine Sorgen machen“, lacht die blondierte Dame, „er ist doch Zahnarzt“

„Von wegen! Liest Du denn keine Zeitung? Jeder dritte Italiener verzichtet auf den Zahnarzt, weil er kein Geld mehr hat“ sagt sie. Auch bei ihrem Mann sei es leer und sie hofft, dass er noch durchhält. Mit 60 würde er sonst nichts mehr finden.

Tatsächlich muss man den Zahnarzt in Italien in der Regel privat zahlen und da warten viele Leute lieber mit der Kariesbehandlung.

Mein Fitnessstudio ist nicht ganz billig. Das Abo der Dame läuft wahrscheinlich schon länger. Aber mit Bügeln für acht Euro die Stunde kann sie sich die Verlängerung nicht mehr leisten.

 

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