Temporary Shop als Flüchtlingscamp: Stazione Centrale, Mailand

Temporary Shop als Notunterkunft, Mailand, Stazione Centrale   Eigentlich waren die Plexi-Glas-Kuppeln an der Stazione Centrale in Mailand für Temporary Shops vorgesehen: Läden, die wenige Wochen hier ihre Produkte verkaufen. Jetzt sitzen hier Flüchtlinge. Vor allem aus Eritrea, aber auch aus Syrien und anderen afrikanischen Ländern kommen die Menschen, die Mailand als Zwischenstopp nach Norden nutzen. Hier warten sie oft auf Geld, das ihre Verwandten schicken sollen, um den letzten Teil ihrer Reise zu finanzieren: Nach Norden. Verwandte in Deutschland, Niederlanden oder Schweden sind ihr Hoffnungsanker. Nachdem Hunderte von ihnen tagelang unter den verwirrten Blicken der Pendler auf dem Boden kampierten, hat die Gemeinde Mailand ihnen improvisierte Unterkünfte geschaffen. Und viele Mailänder helfen persönlich mit, Kleidung , Essen und Kinderspielzeug zu sammeln und zu verteilen. Mir ist klar, dass solche Gesten nur lindern, und das Gesamtproblem nicht lösen. Aber in Zeiten, in denen der Präsident der Region Lombardei Prämien für Bürgermeister verspricht, die Flüchtlinge ablehnen, ist Mailand derzeit eine rühmliche Ausnahme. Eine menschliche Ausnahme. Und um Menschen geht es hier.

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Ein Kommentar

Eingeordnet unter italien, Mailand, Norditalien, Politik, Süditalien

Eine Antwort zu “Temporary Shop als Flüchtlingscamp: Stazione Centrale, Mailand

  1. Mailand ist eben doch nicht nur die protzige Modehauptstadt…

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