Der italo-amerikanische Moment in unserem Leben

So, da bin ich wieder. Lange war Sendepause. Aber bei uns hat sich in der Zwischenzeit einiges getan. Von Italien sind wir mit unserer italo-deutschen Familie nach New York gezogen. Ich habe mich daher gefragt, ob ich kortissimo überhaupt weiterführen soll. Aber ich werde es mal versuchen. Für die Italo-philen Leser wird sicherlich der ein oder andere italo-deutsch-amerikanische Moment dabei sein. Wie jetzt:

Der Italo-Amerikanische Moment in unserem neuen New Yorker Leben:

Unserer Sohn geht seit neuestem in einen amerikanischen staatlichen Kindergarten. Wir und er sind sehr glücklich damit. Er liebt seine Lehrerinnen und die Schule und geht jeden Tag begeistert hin.

Doch dann, nach drei Wochen kam der italo-amerikanische Moment: Vorsichtig nimmt die Lehrerin meinen Mann (Italiener) zur Seite. Wir haben ein Problem. Ein interkulturelles Problem. Wie die Lehrerin meinem Mann nahelegt, sollen wir unserem Sohn erklären, dass man sich in den USA nicht so viel anfasst. Anfassen ? Ja, unserer 5-jähriger Sohn – wohlgemerkt in Italien sozialisiert – umarmt seine Mitschüler.  Das macht man in Amerika nicht. Aha.

Wie auch die Erwachsenen sich hier kaum umarmen oder küssen, tun das auch die Kinder nicht. Sie reagieren tatsächlich irritiert, wenn sie soviel physische Zuneigung von Nicht-Familienmitgliedern erfahren.

Da habe ich Deutsche mit in den vielen Jahren in Italien die körperliche Nähe angewöhnt, da müssen wir sie nun wieder ablegen.

Wir werden es lernen. Andere Länder andere Sitten. Zuhause bleibt aber alles beim Alten. Wie man Mann meinem Sohn versicherte: „Wir sind doch keine Amerikaner“

 

Advertisements

Ein Kommentar

Eingeordnet unter italien, New York, Tradition, USA

Eine Antwort zu “Der italo-amerikanische Moment in unserem Leben

  1. Guten Tag Frau Kort,
    ich habe neulich an Sie gedacht, als ich mich gefragt habe, wie es wohl bei Ihnen klappt, mit der ZWeisprachigkeit Ihres Sohnes, der ja auch in einen italienischen Kindergarten ging … „Ging“ wie ich jetzt lese! Mein Sohn (2,5 J.) versteht mein Deutsch, das ich (noch) eisern mit ihm spreche, aber antwortet mir nur auf Italienisch. Langsam ertappe ich mich auch, dass mir italienische Sätze rausrutschen, weil ich nicht immer sicher bin, das er mich versteht… Jetzt dann New York für Sie und Ihre Familie. Ich weiß von Freunden, dass Kinder auch eine Dreisprachigkeit spielend meistern können. Im täglichen Leben fühlt es sich nur manchmal kompliziert an.
    Alles Gute in New York! (Spannende Zeiten)
    Herzliche Grüße aus Verbania,
    Stefanie Claus

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s